Guggemusik – Wo kommt sie her?

In den zentralen Alpen, in denen der Winter sehr lange dauert, wird traditionell mit allen möglichen Mitteln versucht der kalten Jahreszeit den Garaus zu machen. Weil nun aber damals die Nächte kalt und sehr dunkel waren und sich die Bevölkerung vor den „Berggeistern“ fürchtete, versuchte man diese Angst durch grimmiges Aussehen und schreckliches Lärmen zu verdrängen. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, war die Landbevölkerung nicht sehr wohlhabend und so wurde das grimmige Aussehen – sprich die Verkleidung – zumeist aus alten Tüchern und Lumpen hergestellt.

Als Instrumente dienten Gegenstände, die durch Zusammenschlagen oder Aneinanderreiben Lärm erzeugten. Später kamen Glocken (die dem Vieh zu diesem Zweck abgenommen wurden) hinzu und dann auch richtige Blasinstrumente. Diess waren aber meist alte, ausgediente „Guggen“, die von niemand mehr gespielt werden wollten, weil sie furchtbar klangen. Das Spielen auf diesen „Instrumenten“ brachte man sich selbst bei.

In der heutigen, modernen Zeit verfügen wir über „Musikgelehrte“ und moderne Instrumente. Auch besteht unsere „Verkleidung“ nicht mehr aus alten Tüchern und Lumpen, sondern aus fantasievollen, meist selbst entworfenen Kostümen. So wandelten sich die ursprünglich „schrägen“ Musiken der Schweizer Landbevölkerung in moderne „Improviationsbands“ mit aktuellem Musikrepertoir. Die Kostüme sind heute aus einem einheitlichen Grundmodell aufgebaut, das von jedem Gugger mit viel Fantasie und Liebe „aufgemotzt“ wird. Auch die Kopfbedeckung entspringt der Fantasie jedes Einzelnen und wird unabhängig voneinander selbst entworfen und umgesetzt. Dieses System führt dazu, dass die ganze Gugge ein schönes und buntes Bild darstellt, die ganze Gruppe aber nicht „uniformiert“ wirkt. Die Musik ist zwar etwas schräg und laut, lässt aber aufgrund fetziger Rhythmen und bekannter Ohrwürmer keinen Zuhörer still stehen.

Quelle: Unbekannt / Internet

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