BERND BEMBEL

Wie aus einer Bier, pardon, Äpplerlaune heraus das Maskottchen entstand

Als klar wurde, dass der RCV eine Gugge gründen wird stand im März – also schon rund einen Monat vor der eigentlichen Gründung am 12. April 2002 – die Frage nach dem Namen der Gruppe im Raum. Schnell wurde der alte Universalname „Bembeljeescher“ wieder herausgekramt. Dieser Name wurde schon vor Jahren einmal scherzhaft für die Laien-Fussballmannschaft des RCV verwendet. Sage und schreibe 1 (in Worten: Ein) Turnier hat der RCV in den letzten 15 Jahren gespielt… und so ist der damals in, ich glaub Güllesheim hieß das Kaff, erfundene Name wieder in der Versenkung verschwunden. Mit der Gründung der Guggemusik war er dann plötzlich wieder da.

Bembeljeescher – so soll sie heißen und so wird auch immer der Kurzname der Gruppe sein: Die Bembeljeescher komme!. Der Beiname „Motzgugge“ hat eine ganz andere Herkunft. Er kommt aus dem traditionellen Fanfarenzug der Ehrengarde des RCV, die Vorläufergruppe der Bembeljeescher. Nach 15 Jahren Fanfarenzug gab es da gewisse Leute, deren Mundwinkel bereits auf Kniehöhe hingen, bevor sie überhaupt den ersten Ton aus Ihrem Instrument geholt hatten. Auch das gegenseitige „anmotzen“ war da öfter mal an der Tagesordnung. Mit diesen Zuständen musste aufgeräumt werden! So steht der Name „Motzgugge“ also für das alte, die Tradition der Gruppe. Um es gleich zu sagen: Dieser Zopf ist abgeschnitten. Der Spaß steht bei den Bembeljeeschern an oberster Stelle und die „Motzgugge“ ist das Mahnmal. Auch wenn wir so heißen, die Bembeljeescher sind alles andere als „motzig“.

Klar, wenn man schon „Bembeljeescher Motzgugge“ heißt, dann „hat mer ebbes mim Stöffche zu dun“. Für alle Nicht-Hessen: „Es Stöffche“ ist das Lebenselixir der Südhessen, der „Äbbelwoi“ oder auf Hochdeutsch „Äpfelwein“. Was liegt also näher als einen Bembel als Logo zu verwenden.

Ein Bembel? Nur einen Bembel? Neeiiin – viel zu fad. „Des grooved doch net“ war einer der passenden Kommentare und so wurde dem Bembel der „Groove“ eingehaucht. Zuerst, während einer Besprechung, auf der Rückseite einer Tagesordnung. Da wurde der Bernd zur Welt gebracht. Die Zeichnung existiert noch heute im Strichvorlagen-Archiv.

Danach landete die Strichzeichung sofort auf dem Scanner und wurde als Abpausvorlage für ein Vektor-Grafik Programm verwendet. Das „Gerüst“ von Bernd enstand direkt im PC. Anschließend wurde alles passend eingefärbt und ausstaffiert. Zwischen der ursprünglichen Vorlage und dem Endergebnis lagen dann noch einige Feinarbeiten. Um Bernd mehr Dynamik zu verpassen wurde die „Äbbelwoitolle“ – die Äpfelweinlocke – dem ursprünglichen Entwurf hinzugefügt. Auch bei der Trompete wurde von der originalen, korrekten, geraden Darstellung abgewichen. Der „Groove“ musste halt her. Auch die „Insignien“ des Rüsselsheimer Carneval-Verein wurden noch nachträglich ergänzt. Insgesamt musste Bernd 4 Runden des Redesigns über sich ergehen lassen, bevor er seine Kinderstube verlassen durfte. Und so sieht er heute aus, der Stolz aller Bembeljeescher – unser Bernd!


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