BIOGRAFIE

…oder wie man eine Gugge in Südhessen gründet.

In langer Tradition besucht der Rüsselsheimer Carneval-Verein die Züri-Fastnacht, die alljährlich eine Woche nach unserer Fastnacht stattfindet. Schon immer faszinierten die Guggemusiken, das Monsterkonzert, der Sonntagsumzug oder die „klingende“ Züricher Altstadt am Samstagabend. Schon Anfang der 90er Jahre, als der RCV mit seinem noch sehr jungen Fanfarenzug in Zürich zu Gast war, schielten fast alle Spieler neidvoll auf diese Art der Musik. Der Auftrag jedoch war klar: Wir sind der Klangkörper der Ehrengarde der Stadt Rüsselsheim und als solcher zur Umsetzung unserer „Gardeaufgabe“ verpflichtet. Doch der Reiz der Guggemusik ließ den Fanfarenzug nicht los, zumal Guggemusiken regelmäßig unseren Gardetag besuchen und zwischenzeitlich viele Freundschaften geschlossen wurden.

Im Jahr 1998 entschloss man sich dann, selbst auch als Guggemusik aufzutreten. Kostüme wurden geschneidert und in den Folgejahren wurden so die RCV-Sitzungen aufgemischt. Auch einige Auftritte bei befreundeten Vereinen wurden als Guggemusik absolviert.

Der nächste große Wenedpunkt, hin zur Entstehung der Bembeljeescher Motzgugge, war dann die Gründung des Kinder- und Jugendfanfarenzuges im Jahre 2000. Schlagartig war der Fanfarenzug seines Nachwuchses „beraubt“. Zuerst war das auch gut so, denn in diesem Jahr wollten so viele Jugendliche beim Fanfarenzug anfangen, das der komplette Übungsbetrieb stehen geblieben wäre. Immerhin mussten mehr als 10 neue Spielleute angelernt werden. Doch die Kehrseite der Medallie zeigte sich im Jahr 2001. Aufgrund der Nachwuchsschwäche – älteren, fertigausgebildeten Nachwuchs gibt es eben eher selten – und dem Ausscheiden langjähriger Mitglieder aus dem FZ war ein geregelter Spielbetrieb nur noch mit „Hängen und Würgen“ über die Bühne zu bringen. Ständig stand die Frage: „Stehen am Auftritttermin überhaupt genug Leute zur Verfügung..?!“ im Raum.

Der Umbruch
An der Spielerjahresversammlung 17. März 2002 kam dann das schon abzusehende Ergebnis. Die Übungsleiter und keiner der Spielleute waren bereit in diesem Stil ein weiteres Jahr den „Betrieb“ aufrecht zu erhalten und aktiv tätig zu sein – die Gruppe drohte vollständig zu zerbrechen und das Potenzial sich in alle Winde zu zerstreuen. Neben den federführenden Erek Weidner und Markus Behrend erklärten sich einige Spielleute bereit, unter bestimmten Bedingungen weiter Musik beim RCV zu machen. Dazu gehören:

Konzentration auf ein „Produkt“ – nämlich die Guggemusik.
Aufbau des Spielerstammes auf mehr als 30 Personen. Auch auf Kosten der reinen Es-Fanfaren-Instrumentierung. Sprich: Andere Blech- oder auch Holzblasinstrumente, wie z.B. Saxophone, sind ausdrücklich erwünscht.
Steigerung der Publikumsattraktivität durch ein vollständig neues Repertoire und neue Kostüme
Letztlich: Neue Ziele und Motivation für alle!
In seiner Sitzung vom 25. März 2002 genehmigte der Vorstand die Gründung der „Bembeljeescher Motzgugge“. Dieses Projekt bleibt bis zum Aschermittwoch 2004 unter der Leitung des Vizepräsidenten Erek Weidner. Diesen Termin setzte sich Weidner zur Durchführung des „Umbaus“. Was dann passiert? Wer weiß…

Die Gründung
Am 12. April 2002 war es dann endlich soweit: Nach Genehmigung des RCV-Vorstandes waren die Weichen auf Grün gestellt und der Gründung stand nichts mehr im Wege. In einer Zusammenkunft im Vereinsheim waren zur Gründungsversammlung viele Interessenten und die Presse erschienen. Bei einigen sprang der Funke noch nicht gleich über und so zählten am Ende sieben Mitglieder zu den ersten Bembeljeeschern. Dies waren: Erek Weidner, Markus Behrend, Christina Weidner, Florian Auth, Natalie Gawior, Jennifer Breckheimer und Alexander Schmidt. Die Musikalische Leitung übernahm Erek Weidner, Markus Behrend übernahm die Organisation. Doch bereits wenige Tage danach gesellten sich immer wieder neue Jeescher in den Kreis der Gugge.

Im Flegelalter
Gleich zu Beginn rührten die BJs kräftig die Werbetrommel, unterstützt von der lokalen Presse und einer offenen Berichterstattung, machten wir auf uns aufmerksam. Kaum geboren, stießen immer neue Interessenten zu uns. Zweimal wöchentlich wurde geprobt und die ersten Stücke, die wir einstudierten waren vielmehr eine musikalische Geisterbahn als ein angemessen klingendes Spiel. Ein bunter Strauß des Grauens füllte unser Notenheft. Von „Muppets Show“, über „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ bis hin zur „Anita“ (letztere Dame begleitete uns tatsächlich noch bis in das Jahr 2004…) wussten wir, dass es noch ein langer Weg ist, bis wir unseren „Stil“ endlich finden werden. Noch vollkommen ohne praktische Erfahrung, nutzten die Bembeljeescher dennoch fortlaufend die Gelegenheit, neue Bekanntschaften und viele Freundschaften zu schließen. In der „Szene“ wuchs langsam unser Bekanntheitsgrad – vielleicht auch, weil wir in Hessen in einer Gugge-Diaspora leben und mehr oder weniger die Exoten „auf´m Markt“ sind. Fortan wurde viel geplant, organisiert, geprobt, arrangiert und geschneidert. Das erste Häs wurde im Frühjahr 2003 entworfen und in unendlichen Wochenenden unter der Regie unseres Häs-Komitees Martina Sippel, Anja Bottländer und Tina Bottländer komplett von nahezu allen Jeeschern selbst gefertigt. Die Maschinen ratterten, die Scheren schnippelten… Zunähen und Auftrennen, Fäden verknüpfen und Löcher stopfen war an der Tagesordnung. Unter enormem Leistungsdruck hatten wir uns gesetzt: alles sollte absolut perfekt werden – das ein oder andere Mal flogen deshalb im wahrsten Sinne des Wortes „die Fetzen“. Das Resultat nach vielen Monaten war ein superschönes, elegantes Häs in schwarzem Samt mit gelb-, orange- und rotfarbenen Flammen verziert und mit Pailettenband umrahmt. Dieses präsentierten wir am 11.11.2003 erstmals öffentlich. Wir waren soooo stolz – und sind es auch heute noch.

Die ersten Gehversuche
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Unseren ersten Auftritt hatten wir allerdings gleich auf einer Messe. Am 10.05.2003 spielten wir mit unserem „groovigen“ Repertoire auf der REGA in der Walter-Köbel-Halle. Und… zum Erstaunen aller: Es funktionierte sogar! Coolness war an diesem Wochenende aber nicht angesagt, fast jedem BJ rutschte das Herz schon irgendwie in die Hose. Allerdings wurden wir durch die Anwesenheit einiger Freunde der Guggemusik Sambahasen, der Guggamusik Murrfezzer und der Guggemusik Räubers bei unserem ersten Auftritt moralisch unterstützt. Das tat gut! Die Feuertaufe war also bestanden. Von diesem Zeitpunkt an, nahmen die Anfragen stetig zu. Und, obwohl wir eigentlich erst am 11.11. zum Fastnachtsbeginn richtig starten wollten, nutzten wir vorher viele Gelegenheiten um uns für die Kampagne „warm“ zu spielen. Wir zogen in unendlichen Promotion-Aktionen von einer Kerb zur nächsten, spielten beim Familienfest auf der ZDF-Bühne, waren bei Straßenfesten präsent und gaben richtig Gas. Unser Tatendrang war kaum zu bremsen. In der Zwischenzeit wurde natürlich auch am Face-Painting, unserer „Kriegsbemalung“, getüfftelt. Bei etlichen Probeschminkaktionen kamen manches Mal die ausgefallensten Kreationen heraus. Unser erstes PROWO (Probewochenende) in Limburg über drei Tage zeigte sich als Erfolgsgarant, auch wenn am dritten Tag die Nerven blank lagen. Wir haben richtig fleißig gearbeitet. Plötzlich war er da: der 11.11.2003!

Der Ernst des Lebens
Man stelle sich vor: Bauschheim, 11.11.2003 – jetzt also, war die Zeit gekommen. Die Prämiere unseres Häs in vollem Face-Painting stand bevor. Im Bürgerhaus Bauschheim stieg bereits die Party (Närrische Generalversammlung der 13 Vereine) und wir warteten gespannt auf die Reaktion des Publikums, welches mit zahlreichen Abordnungen der Karnevalclubs der Region gespickt war. Das Finale näherte sich und unsere Ungeduld konnten wir kaum zügeln. Mit „Pauken und Trompeten“ zogen wir in den Saal und sahen, dass sich unsere Mühen bezahlt gemacht hatten. Mit „Standing Ovation“ honorierte das Publikum unseren ersten richtigen Fasi-Auftritt. Der Grundstein für eine Superkampagne war gelegt. Um die Weihnachtszeit wurde es dann zwar wieder etwas ruhiger, doch im Januar 2004 folgte Auftritt auf Auftritt. Unsere erste Tour nannten wir „The first way – Das erste Mal!“. Dieser Tourneename sollte weniger eine Entschuldigung als vielmehr eine „Androhung“ sein. Jeder wusste worauf er sich bei und mit uns einließ! Spätere Reklamationen oder gar ein „Umtauschrecht“ waren ausgeschlossen…;o)

Die erste Fasi
Der Tournee-Guru mobilisierte alles und zog sämtliche Register: Auftritte in Kelsterbach, Nauheim, Kreuzwertheim (unser erstes Guggetreffen! Danke an die Quätschichgedööns für den Mut uns einzuladen… *zwinker*), Aschaffenburg, Ellwangen, Gernsheim, Worfelden, Astheim, Dieburg und natürlich in Rüsselsheim standen auf dem Plan. Den Höhepunkt bildete die Teilnahme am Mainzer Rosenmontagszug! Es war eine schöne Kampagne – wir waren glücklich und zufrieden. Vielen Pessimisten hatten wir bewiesen, dass unser Projekt keine Luftnummer geworden war! Ein Livemitschnitt der RCV-Kostümsitzung wurde auf Silberscheibe gepresst und jeder BJ erhielt diese Hörprobe als Andenken.

Den Kinderschuhen entwachsen
Ab dem folgenden Jahr ging nun alles Schlag auf Schlag. Als „Ganzjahresgugge“ sind die BEMBELJEESCHER nicht nur in der Fastnachtszeit aktiv und so nahmen die Anfragen auf für die „karnevalsfreie“ Zeit stetig zu. Auch strukturell und personell gab es Veränderungen. Erhöhter Aufwand in Führung, Verwaltung und Organisation bedingten, dass eine „Chef-Etage“ eingerichtet wurde. Markus Behrend wurde zum Gugge-Chef gewählt. Er übernahm alles „außermusikalischen“ Belange der Gruppe und vertrat diese gegenüber dem Gesamtvorstand und auch in der Öffentlichkeit. Florian Auth wurde zum musikalischen Leiter gewählt und war von nun verantwortlich für die „Soundentwicklung“ der BEMBELJEESCHER.

Viele interne Veranstaltungen förderten bei den BJ den Gemeinschaftsgedanken und so traf man sich zum Beispiel zur „Vadderdachs-Tour“. Mit Traktor und Anhänger ging es durch Feld und Flur zu verschiedenen Stationen. Die „Hutsammlung“ wurde eingeführt und so ergaben sich neben viel Spaß, guter Laune, den ein oder anderen Freigetränken auch noch diverse „Nebenverdienste“, die dem Gruppensparschwein zugeführt wurden.

Zum zweiten PROWO (Probewochenende) schlugen die BEMBELJEESCHER erneut in Limburg auf. Drei Tage lang wurde richtig hart gearbeitet. Für viele ungewohnter Dauerpower, der sich spätestens am dritten Tag in kleinen „Gewittern“ entlud. Doch ein Unwetter reinigt ja bekanntlich die Luft. Zum Abschluß des ersten PROWO fuhren alle mit einem guten Gefühl und mehreren neuen Musikstücken im Gepäck nach Rüsselsheim zurück. Erstmals wurde während des PROWO auf die BJ-Taufe durchgeführt. Gugge-Chef Markus Behrend „beträufelte“ die Jeescher standesgemäß mit Ebbelwoi und „kürte“ die Mitglieder mit „magischen Beschwörungsformeln“ zum „echten BEMBELJEESCHER“. Ganz aus Versehen geriet der 5-Liter-Bembel Apfelwein beim letzten Täufling mit voller Absicht außer Kontrolle und eine Fontäne des „Stöffche“ ergoß sich über das Haupt des Delinquenten. Eine Maßnahme die eine kalte Dusche in voller Montur für den Täufer nach sich zog…

Kurz vor der Fastnachtzeit wurde es noch einmal gruselig und dann besinnlich. Mit einem Auftritt im Holidaypark zum „Schocktober“ präsentierten sich die BJ, eine X-Mas-Party wurde durchgeführt und ebenso eine Silvesterfete.

Strukturwandel
Die Fastnacht 2005 wurde durch die erste Teilnahme am Mainzer Rosenmontagszug gekrönt. Auch der erste Auftritt im Ausland wurde wahrgenommen. Mit dem Bus ging es ins französische Schiltigheim bei Straßburg.

Als stärkste Gruppe im RCV beteiligten sich die BEMBELJEESCHER auch aktiv an der Organisation und Durchführung des vereinseigenen Internationalen Gardetages sowie selbstverständlich an allen weiteren Vereinsaktivitäten.

Die Guggejahresversammlung im März 2005 bestätigte jeweils Behrend und Auth in ihren Funktionen. Die darauf folgenden Auftritte führten die BJ unter anderem zu drei Guggefesten: Bei den Rieberger Albgoischda spielten die BEMBELJEESCHER zum Guggefieber, bei den Murrfezzer Murrhardt zum Guggenspektakel und bei den Ruassgugga Reichenbach zur Guggeparty. Das PROWO wurde in Grünberg abgehalten. Zahlreiche weitere Auftritte, der Jahresdurchschnitt von 2002 bis heute liegt bei 33 Auftritten, wurden wahrgenommen. Viel Promotion wurde durchgeführt und der Bekanntheitsgrad, nicht nur in der „Szene“, wuchs und wuchs. Mit Stephan Friebe holte sich Markus Behrend einen „Assistenten“ an seine Seite. Die Aufgaben wurden immer komplexer und vielfältiger, so dass diese von einer Person alleine nicht mehr „gestemmt“ werden konnten. Friebe unterstützte Behrend in der Hauptsache im Tourmanagement. Zeitgleich standen somit den Mitgliedern zwei kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Welt zu Gast bei Freunden
Die Fastnacht 2006 hielt erneut eine straffe Auftrittsfolge parat. Unter anderem zum Nachtumzug nach Bingen, aber auch – wie in den Folgejahren – erneut nach Mainz.
Wen hätte es gewundert: Zur Guggejahresversammlung „zuckten“ die bisher Verantwortlichen erneut an der falschen Stelle und somit wurde das „Führungsteam“ wiederum in den Ämtern bestätigt. Das Tourmanagement wurde von der Chefposition „outgesourct“ und bildete fortan eine eigenständige Funktion. Ebenso die Verwaltung die „Finanzen“. Mit Markus Behrend (Gugge-Chef), Stephan Friebe (Tourmanager), Martina Sippel (Finanzen) und Florian Auth (Musikalischer Leiter) bestand das Management der BEMBELJEESCHER jetzt aus vier Personen. Weitere Mitglieder wurden in verschiedene Ämter „berufen“. So nahm z. B. Natalie Gawior das Face-Painting seit längerer Zeit unter ihre „Fittiche“.

Der Sommer stand natürlich auch bei den BJ ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land. Nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen wurden einige Proben „verlegt“. Auch fanden zahlreiche Spiele ausgerechnet immer zur „Session“ statt – Grund genug lieber mit schwarz-rot-goldener Fahne euphorisch durch die Straßen der Stadt zu pilgern. Auch ein BJ-Public-Viewing auf der Garagenwand des Nachbarn sorgte für ausgelassene Stimmung auf dem Vereinsgelände. Das war ein Sommer…

Neben allen „Feiereien“ musste aber selbstverständlich auch die Präsenz gewährleistet werden. Das Brunnenfest des Stadtverbandes kultureller Vereine und das Babenhäuser Altstadtfest waren nur einige Gelegenheiten dazu. Intern wurde anstelle eines Sommerfestes der „Tag der grünen Wiese“ geplant. Dieser verlagerte sich jedoch aufgrund des eher „spärlichen“ Sommerwetters von der Waldlichtung in und um das Vereinsheim und hätte somit eher den Namen „Tag der weißen Wände“ verdient. Das gab der Stimmung aber keinerlei Abbruch.

Musikalisch wurde auch weiter am „Stil“ gefeilt. Bereits 2005 hatte man begonnen Ganztagsproben einzuführen, dies wurde auch in 2006 und 2007 fortgeführt. Das PROWO ging in diesem Jahr nach Merzalben.

Das neue Häs
Zwischenzeitlich war auch das BJ-Sujet-Team aktiv. Ein neues Häs wurde gemäß eigenen Entwürfen umgesetzt. Viele Stunden Zuschneide- und Näharbeiten wurden durchgeführt. Auch ein neues Sommeroutfit wurde der Öffentlichkeit präsentiert. Im Juni standen die BEMBELJEESCHER erstmals in weiß-blau auf der „Bühne“. In Anlehnung an die Stadtfarben und als bewusst gewählter Kontrast zum bisherigen Erscheinungsbild dominierten nun die „kalten“ Farben. Um mit dem Häs pünktlich und komplett fertig zu werden, scheute sich ein Trupp BEMBELJEESCHER nicht davor, kurz vor dem ersten Auftritt, bewaffnet mit Stoffballen, Scheren und Schneiderkreide bei der verantwortlichen Häs-Chefin mitten in der Nacht einzufallen – klar, dass diese davon vorher nichts wusste. Hätte sie uns sonst tatsächlich die Tür geöffnet???

Mit Fell und Kapuze, einem royalblauen Mantel, weißen Eiszacken standen dann die BJ pünktlich zum Fastnachtsauftakt am 11.11. 2006 im neuen „frostigen“ Gewand vor dem Publikum. Auch das Face-Painting hatte sich gewandelt.

Erstmals beteiligten sich die BEMBELJEESCHER mit einem eigenen Stand am Rüsselsheimer Weihnachtsmarkt und versorgten die Besucher mit frischen, heißen Waffeln und „Kaffee Luz“. Den Abschluß des Jahres bildete die „Santa´s-in-the-house-Party“ im Vereinsheim.

Im Jubiläumsjahr
Im Januar 2007 erhielten die BEMBELJEESCHER Post aus den USA. Die Einladung zur 50. Steubenparade in New York „flatterte“ ins Haus. Markus Behrend hatte ein Jahr zuvor über eine Bundestagsabgeordnete den Kontakt mit dem Organisationkomitee aufgebaut und seither nichts mehr „von der Angelegenheit“ gehört. Jetzt war das Erstaunen groß. Unter vielen Bewerbern hatte man die BJ als einen Repräsentanten ausgewählt.

Die Nachricht aus den Vereinigten Staaten versetzten die Jeescher in Wallung. Spenden- und Sponsoringaktionen wurden durchgeführt. Bei jeder Gelegenheit wurde gesammelt und „geschnorrt“.

In der Fastnacht 2007 standen unter anderem die Teilnahme an der Inthronisation des Giessener Prinzenpaares, am Narrenmarkt in Worfelden, dem Narrenzirkus und dem Rosenmontagszug in Mainz auf dem Programm.

Bittere Enttäuschung am Fasi-Ende: Die Kosten für Flug, Unterkunft, Verpflegung, Transfer, Fracht, etc. für den geplanten USA-Trip waren letztlich zu hoch und der Zeitraum zur Mittelbeschaffung viel zu knapp um den „Traum vom Big Apple“ gewährleisten zu können. Schweren Herzens entschlossen sich daher die Mitglieder in einer eigens angesetzten Versammlung dazu, für das Jahr 2007 die Teilnahme abzusagen. Nicht ohne den Gedanken, das es vielleicht ein anderes Mal doch funktionieren könnte.

2007 wurde noch einmal die Organisationstruktur der BEMBELJEESCHER geändert. Das Management besteht seit der Guggeversammlung aus vier gleichberechtigten „Führungsmitgliedern“. Eine Position des „allumfassenden“ Chefs wurde aufgegeben. Anstelle wurden ein Kaufmännischer Leiter, ein Organisatorischer Leiter, eine Finanzverwalterin und ein Musikalischer Leiter gewählt. Und welch Überraschung: Auch in 2007 änderte sich an der Personalbesetzung nichts. Die „Führungscrew“ wurde einstimmig bestätigt. Zwischenzeitlich hatte sich die Mitgliederstärke auf 39 Personen gesteigert.

Unter dessen stand das fünfjährige Jubiläum der BEMBELJEESCHER bevor. Markus Behrend verkündete die Durchführung eines eigenen Guggefestivals anlässlich des Geburtstages. Ein Location und ein Name musste gefunden werden, ebenfalls ein angemessener Rahmen.

Mit dem städtischen „Kultur-im-Sommer“-Programm war dieser gefunden. Die Location ergab sich beim „Spaziergang“ durch dich City und folglich auch der Eventname.

Das erste Guggefestival
Mit GUGG-IM-PARK war klar, wo Rüsselsheims erstes Open-Air-Guggefestival stattfinden sollte. Terminlich wurden Ferienzeiten und Parallelveranstaltungen abgeglichen und so einigte man sich auf den 30.06.2007 im Stadtpark Rüsselsheim.

Fortan wurde in zahlreichen Stunden, Tagen, Nächten eingeladen, geplant, organisiert, bestellt, beantragt und entworfen. Markus Behrend und Stephan Friebe opferten zusätzlich zum „normalen Guggedienst“ viel Freizeit um das Festival gut vorzubereiten.

Werbung musste her und die Präsenz vor dem Festival gesteigert werden. Während der Vorbereitungsphase wurden also fast an jedem Wochenende Auftritte wahrgenommen und somit für die BEMBELJEESCHER und GUGG-IM-PARK geworben.

Sei es auf dem Mainfest in Rüsselsheim, bei dem die BJ auf der Fähre mit Guggemusik aufspielten, beim 24-Stunden-Lauf in Hochheim, bei Straßenfesten, Festen in Einkaufszentren oder bei Gugg-am-See der Altenstadter BGF, zu dem die BEMBELJEESCHER 320 km weit anreisten – alles stand im Zeichen der PR.

t.b.c.


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